Evangelische Paul-Gerhardt-Gemeinde 
 Wiesbaden 

 Zuhause sein, wo Christus zu Hause ist


In der Corona-Krise: Pastors Brief 7


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1 Was ist nun also der Glaube? Er ist das Vertrauen darauf, dass das, was wir hoffen, sich erfüllen wird, und die Überzeugung, dass das, was man nicht sieht, existiert.
2 Aufgrund dieses Glaubens hat Gott unseren Vorfahren in der Schrift seine Anerkennung ausgesprochen.
Hebräerbrief 11, 1-2

– Pastors Brief 7 –

Von Gott geliebte Christinnen und Christen der Paul-Gerhardt-Gemeinde Wiesbaden!

Heute ist der Jubelsonntag. „Jubilate“ heißt der 3.Sonntag nach Ostern. Er nimmt seinen Namen vom Psalm 66. Dort lesen wir: Lobt Gott mit lautem Jubel, all ihr Geschöpfe auf Erden! Singt zur Ehre seines Namens und lobt ihn auf herrliche Weise! Sagt zu Gott: »Wie wunderbar sind deine Werke, deine Feinde müssen sich beugen vor deiner Macht.«

Wir wissen, dass man echten Jubel nicht befehlen kann. Er muss aus dem Herzen kommen. Was ist in den Herzen der Menschen in unserem Land? Erleichterung, dass sie bisher mit dem Schrecken davon gekommen sind? Frust und Ärger über die lange und unangenehme Prozedur, der wir alle angesichts eines Virus unterworfen sind? Wut über die unverschuldete Zerstörung der eigenen Existenzgrundlage, die man sich mühsam über Jahrzehnte aufgebaut hatte? Kritische Fragen ob der Verhältnismäßigkeit der getroffenen Maßnahmen: Sind wir beim Ausweichen vor dem Sterben Einzelner, nun in ein ungleich größeres Sterben anderer Art und von bisher unbekannten Ausmaßen geraten? Oder sind wir noch mit ganz anderen, - vielleicht ja auch sehr erfreulichen Ereignissen des persönlichen Lebens befasst? Was ist in unserem Herzen? Ganz ehrlich, in meinem Herzen kommt eine arg bunte Mischung von Empfindungen zusammen.

Dennoch beginne ich leise zu singen: Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte, die Du geschaffen durch Dein Allmachtswort. Wenn ich auf alle jene Wesen achte, die Du regierst und nährest fort und fort. Dann jauchzt mein Herz Dir, großer Herrscher, zu: Wie groß bist Du! Wie groß bist Du! … - Während das Lied in mir weiterklingt, „sage ich zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke, deine Feinde müssen sich beugen vor deiner Macht.“ (Psalm 66) Mein Glaube, mein Vertrauen auf Gott und sein Handeln ist angesprochen und geweckt. Ich habe mein Herz IHM geöffnet und spüre, wie SEIN Friede in mich einzieht. Ich kann das nicht machen, Gott schenkt mir ein tiefes Hoffen. Traurigkeiten und Ängste verlieren ihre Kraft über mich. Nein, sie verschwinden nicht einfach. Aber sie müssen sich ducken und kleinmachen. Sie haben es jetzt nicht mehr mit mir zu tun. Sie begegnen dem Schöpfer des Universums, dem Herrn aller Herren.

Ich weiß in diesem Moment: Es wird gut. Es wird gut, weil ER das gute Werk, dass ER begonnen hat mit dieser Welt und mit mir, vollenden wird. Dasselbe gilt Dir, wenn Du es im Vertrauen aussprichst. Dann erhältst Du “Gottes Anerkennung“, so lesen wir das im Hebräerbrief. Dort wird an den Biografien von 14 Männern - und immerhin auch zwei Frauen, Sara und Rahab, - erläutert, was es für ein immensen Segen auslöst, wenn man sich auf Gott verlässt. Gottes Feinde müssen sich beugen vor Gottes Macht. Da haben meine Feinde, also die Furcht, die mich lähmt, die Ängste, die mich umgeben, der Zweifel, der mich beschleicht, die Mutlosigkeit, die mich herunterziehen will, keine Chance. Gott nimmt mich ernst, aber diese meine Feinde, sind für IHN kein Problem.

Also leben wir mitten in dunklen Zeiten mit der Überzeugung, dass der Gott, der uns seinen geliebten Sohn sandte, um uns zu retten und in der Verbindung zu diesem Christus ein neues Leben zu schenken, uns mit dem Gutem beschenkt wird, dass wir von IHM erwarten.

Alles beginnt damit, dass wir leise anfangen, zu singen zur Ehre seines Namens…

Euer Pastor

Friedrich Wilhelm Bieneck